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„Familien stärken – Eine Herausforderung für kommunale Netzwerke“ |
Unter diesem Titel stand der Fachtag der Servicestelle für Lokale Bündnisse für Familie in Rheinland-Pfalz am 22. Januar 2008.
Im Hauptreferat stützte sich Prof. Dr. Klaus Hurrelmann auf die Studie „Kinder 2007“ und betonte die dort bestätigte hohe Bedeutung von Familien für die Entwicklungsmöglichkeit von Kindern. Zwar leben gut 75% aller
Kinder gemeinsam mit ihren beiden leiblichen Eltern, aber andere Familienformen gewinnen an Bedeutung.
Die meisten Kinder äußerten sich sehr zufrieden mit ihrer Familie und ihren Eltern. Deutlich wurde insbesondere die sehr starke
Orientierung an und Angewiesenheit auf die Mutter, bei einem gleichzeitig deutlichen „Väterlichkeitsdefizit“.
Vor diesem Hintergrund stellte Hurrelmann fest: Den meisten Kindern geht es gut in ihren Familien, aber wenn es dort nicht klappt, dann geht es den Kindern schlecht.“ Kinder sind nicht alleine arm sondern aufgrund des familiären Umfelds
in dem sie leben. Auch dort, wo die primären materiellen Bedürfnisse wie Ernährung, Kleidung, Schulmaterial einigermaßen gedeckt sind, wird die Chancengleichheit von Kindern in armen Familien vor allem dadurch erheblich eingeschränkt,
dass sie in einem anregungsarmen Umfeld leben und es ihnen vor allem an vielseitigen, abwechslungsreichen Betätigungsmöglichkeiten im Freizeitbereich fehle. Dies wirke sich in hohem Maße auf ihr Selbstvertrauen, ihre Lernfähigkeit
und Bildungsmotivation aus. Hurrelmann sah durch die Beteiligung und Vernetzung zahlreicher unterschiedlicher Partner in den lokalen Bündnissen gute Voraussetzungen, diese Erkenntnisse aufzugreifen und darauf mit kreativen Angeboten zu reagieren.
In der abschließenden Podiumsrunde wurde darauf hingewiesen, dass die Bekämpfung von Armut Aufgabe von Politik bleibe und die lokalen Bündnisse nur sehr begrenzte Möglichkeiten haben, hier einzugreifen. „Sie erfüllen
aber eine wichtige Funktion, wenn sie auf diese Probleme immer wieder deutlich aufmerksam machen und zu einer stärkeren Sensibilisierung in der Öffentlichkeit beitragen“, sagte Dr. Brigitte Bertelmann, vom Moderationsteam des
Mainzer Bündnisses für Familie.
Die vielen lokalen Bündnisse für Familie in Rheinland-Pfalz hatten Gelegenheit, ihre Projekte zu präsentieren und damit zum Ideentransfer beizutragen
Weitere Information unter www.lokale-buendnisse-rlp.de
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