Was ist Familie?

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Was ist Familie?

Verschiedene Blickwinkel auf ein Auslaufmodell?

  • "Familie ist und bleibt das Grundmodell für gelebten Gemeinsinn und ….ist (damit) der Hauptgarant für die Zukunftsfähigkeit eines Gemeinwesens" (Renate Schmidt, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
  • "Familie ist der zentrale Ort des Aufwachsens von Kindern und der Generationen übergreifenden Gemeinschaft sowie die wichtigste Instanz für Erziehung, Persönlichkeits- und Charakterbildung. Die Sorge um Lebensunterhalt und soziale Sicherung gilt insbesondere den Kindern." (Synodenwort der EKHN zum Thema "Familie" im September 2002)
  • "Ehe und Familie sind für den christlichen Glauben gute Gabe Gottes. Die evangelische Kirche sieht in ihnen die grundlegende und exemplarische Form menschlichen Zusammenlebens …. und die beste Form des langfristigen, partnerschaftlichen Zusammenlebens mit oder ohne Kinder." (EKD-Stellungnahme "Gottes Gabe und persönliche Verantwortung. Zur ethischen Orientierung für ein Zusammenleben in Ehe und Familie" ,1998)
    In der Stellungnahme der EKD heißt es auch: "Da wo Kinder geboren werden, entsteht Familie: Familie wird durch Elternschaft konstituiert." Damit werden alle Verantwortungsgemeinschaften von ein oder zwei Erwachsenen mit ihren Kindern als Familien anerkannt….. Familie ist nicht nur überall dort, wo Eltern Verantwortung für ihre Kinder übernehmen, sondern sie ist auch der Ort, an dem Kinder für ihre alten Eltern Sorge tragen."
    Trotz der hohen Bewertung der Ehe als Grundlage von Familie wird hier also nicht nur auf die rechtliche Gestalt der Beziehung und damit der Institution Ehe abgestellt sondern auf die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern. Damit werden etwas andere Akzente gesetzt als in dem Leitbild der bürgerlichen Kleinfamilie, das von einem verheirateten Elternpaar mit seinen leiblichen Kindern ausgeht.
  • Im Grundgesetz werden der Schutz von "Ehe und Familie" noch "in einem Atemzug" genannt.
    Das Bundesverfassungsgericht steht aber der Vielfalt familiären Lebens und eheähnlicher Lebensgemeinschaften nicht entgegen.
    Auch die ehelose Eltern-Kind-Beziehung fällt unter das Schutzgebot des Grundgesetzes. Familie ist aus der grundsätzlichen Bindung an die Ehe gelöst. Allerdings betont auch das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich, dass nicht jede Lebenspartnerschaft der Ehe gleichgestellt sei (gleichgeschlechtliche Partnerschaften oder unverheiratete Paare), sondern die Ehe nach wie vor eine besondere Stellung behält.
  • Vision des Zukunftsforschers Matthias Horx: Familie als zeitlich begrenztes Projekt zur Reproduktion "Die ersten 35 Jahre des Lebens dienen der Selbstfindung und Karriere, zwischen 30 und 40 entscheidet man sich für einen Reproduktionspartner, ohne dass man davon ausgeht, mit ihm den Rest seines Lebens zu ver-bringen……..Nach der langen Phase der "romantischen Ehe" folgt zu Beginn des 21. Jahrhunderts die "neue Genfamilie". Fortpflanzung, Liebe und Sex werden endgültig getrennt. Diese neuen, genetisch geprägten Familienbeziehungen können dazu beitragen, die Krise des familiären Lebens zu mildern. Wenn Reproduktion von Liebe getrennt wird, wird Partnerschaft auch ent-lastet. Familie muss nicht mehr auf permanenter heißer Liebe fußen, Partnerschaft muss umgekehrt nicht mehr durch Kinder "besiegelt" werden. Eine neue Reproduktionsvielfalt entsteht, in der klassische Vater-Mutter-Kind-Familien nur noch EIN mögliches Modell darstellen." (Matthias Horx, Die Millennium-Familie, Der Zukunftsletter 3/2000)

entnommen aus einem Vortrag
von Dr. Brigitte Bertelmann vom 03.07.2003

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