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Netzwerk Steuergerechtigkeit
- Erklärung -
Teil 1: Nur die kleinen Leute zahlen Steuern.
- Große Unternehmen und vermögende Privatpersonen entziehen
sich zunehmend ihrer Verpflichtung, mit Steuern ihren Beitrag
für die Gesellschaft zu leisten. Mit Hilfe der Regierungen
verlagern sie die Steuerlast auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Regierungen
behaupten, das Steueraufkommen sei zu niedrig, um soziale Gerechtigkeit
durch gute öffentliche Güter und Dienstleistungen zu
gewährleisten. Privatisierung und Streichung von Sozialausgaben
werden als die einzig mögliche Lösung propagiert. Wir
dagegen fordern Steuergerechtigkeit: Es gilt die wohlhabenden
Nutznießerinnen und Nutznießer der Globalisierung
wieder besteuerbar zu machen.
- Steuervermeidung hat ungeheure Ausmaße angenommen. Schätzungsweise
ein Drittel des weltweiten Geldvermögens wird im Ausland
verwaltet, jenseits des Zugriffs der Finanzämter.
- Etwa die Hälfte des Welthandels wird wohl über Steueroasen
abgewickelt. So verschieben Unternehmen ihre Gewinne dorthin,
wo sie Steuern vermeiden können. Netzwerke aus Banken, Anwälten,
Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern schaffen komplexe und
undurchsichtige Finanzstrukturen, die Transparenz vermindern und
Steuerflucht ermöglichen. Der Anspruch auf soziale Verantwortung
von Unternehmen wird unterhöhlt, wenn niedrige Unternehmensteuern
gang und gäbe sind. Dieses Verhalten ist ökonomisch
ineffizient, sozial destruktiv und zutiefst unethisch.
- Entwicklungsländer verlieren dadurch schätzungsweise
Einkommen, was größer ist als ihre jährliche erhaltene
Entwicklungshilfe. Schon ein halbes Prozent des weltweiten Steueroasen-Vermögens
pro Jahr würde ausreichen, um die Entwicklungsziele der UN
bis 2015 zu finanzieren - die Halbierung der Armut auf der Welt.
Statt dessen aber sind diese Ziele bedroht durch die hohen Steuervergünstigungen
zur Ansiedlung von Großunternehmen und durch die riesige
Kapitalflucht aus den Entwicklungsländern in die Steueroasen.
- Diese Entwicklungen gefährden Demokratie und Entwicklung.
Der Steuerwettbewerb auf globaler Ebene unterminiert den ehemals
nationalstaatlichen Sozialvertrag, da Staaten miteinander konkurrieren,
um mobilem Kapital steuerliche Sonderangebote zu machen. Die Zahl
der Steueroasen nimmt zu, die reichsten Finanzzentren der Welt
werden noch reicher, Steuerzahlungen von Großunternehmen
gehen zurück und die normalen Bürgerinnen und Bürger
tragen die Kosten dafür. Wir rufen alle Betroffenen auf,
dieser Herausforderung mit globalen und nationalen Kampagnen für
Steuergerechtigkeit zu begegnen.
weiter zu Teil 2
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