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Aktion Steuergerechtigkeit
Thesen der Deutschen Sektion des Internationalen
Netzwerks Steuergerechtigkeit
1. International tätige Unternehmen und wohlhabende Einzelpersonen
haben in den letzten Jahren in Deutschland immer weniger zur Finanzierung
öffentlicher Aufgaben beigetragen.
Dafür gibt es verschiedene Gründe:
- Das illegale Verschweigen von Einkünften, die auf ausländischen
Konten angelegt sind.
- Eine nationale Steuerpolitik, die zahlreiche Steuerschlupflöcher
geschaffen hat und Steuerhinterziehung nicht konsequent verfolgt.
- Ein wiederholtes Absenken der Unternehmenssteuern und des Spitzensteuersatzes
der Einkommensteuer, das mit dem internationalen Steuerwettbewerb
begründet wird. Damit wird das Prinzip der Besteuerung nach
der Leistungsfähigkeit immer weiter ausgehöhlt.
- Der Ersatz sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung
durch geringfügige Beschäftigung und prekäre Selbständigkeit
entzieht den sozialen Sicherungssystemen Beitragseinnahmen.
2. Der Einnahmenausfall schränkt die Handlungsfähigkeit
von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen immer
weiter ein. Die soziale Unterstützung für Hilfebedürftige
wird reduziert. Die Versorgung mit öffentlichen Gütern
und Dienstleistungen wird verschlechtert. Darunter leiden alle BürgerInnen,
die auf Bildungs-, Gesundheits- oder Verkehrsleistungen angewiesen
sind, aber auch die Unternehmen, die leistungsfähige öffentliche
Dienstleistungen und Infrastruktur in Anspruch nehmen. Langfristig
steht die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft auf dem Spiel.
3. Wir setzen uns sowohl auf nationaler Ebene als auch in internationalen
Beziehungen für eine solidarische Gesellschaft ein. Wir wollen
für alle Menschen ein menschenwürdiges Leben in einer
intakten Umwelt, gesellschaftliche Teilhabe und soziale Sicherheit,
Bildung und Kultur. Wir wollen einen demokratischen, sozialen Staat
und ein gerechtes Steuersystem, das die dafür nötigen
Mittel bereitstellt.
4. Profitable Unternehmen sowie Personen mit hohen Einkommen oder
großen Vermögen müssen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit
an der Finanzierung der öffentlichen Aufgaben beteiligt werden.
Der Spitzensteuersatz darf nicht weiter gesenkt, sondern muss wieder
erhöht werden. Die Erbschaftsteuer muss gestärkt, eine
Vermögensteuer wieder eingeführt werden. Eine steuerliche
Begünstigung von Gewinnen und Vermögenseinkommen gegenüber
Arbeitseinkommen darf es nicht geben.
5. Zumindest in den Ländern der EU müssen Unternehmensgewinne
auf einer vergleichbaren Steuerbasis und in einer angemessenen Mindesthöhe
besteuert werden. Die Möglichkeiten international tätiger
Unternehmen, Kosten in Hochsteuerländer und Gewinne in Niedrigsteuerländer
zu verschieben, müssen eingeschränkt werden.
6. Wir brauchen den politischen Willen, den Sozialstaat handlungsfähig
zu erhalten. Steuerflucht und Steueroasen müssen mit nationalen
Mitteln und internationaler Zusammenarbeit wirksamer bekämpft
werden. Dazu muss entsprechend den Forderungen des internationalen
Netzwerks Steuergerechtigkeit ein wirksames Instrumentarium entwickelt
werden.
7. Die Finanzbehörden müssen über Gewinne und Vermögenseinkünfte
ebenso umfassend informiert werden wie über gezahlte Löhne
und Gehälter. Die Personalausstattung der Finanzbehörden
muss verbessert werden, insbesondere bei der Betriebsprüfung
und der Steuerfahndung.
Wir rufen alle politischen Kräfte und Parteien auf, diese Forderungen
zu unterstützen.
Weitere Information zu Aktionen und Materialien erhalten Sie bei:
Deutscher Gewerkschaftsbund, Vorstand
Dr. Hartmut Tofaute
030 / 240 60 –308
hartmut.tofaute@dgb.de
Wilfried Kurtzke
IG Metall Vorstand
069 /6693-2939
wilfried.kurtzke@igmetall.de
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA)
Bundesvorstand
Dr. Brigitte Bertelmann, Tel: 06131/ 287 44 44
b.bertelmann@zgv.info
Detlev v. Larcher
attac
0421-894311
detlev.larcher@t-online.de
Ralf Krämer
ver.di Vorstand
030 69 56 1137
ralf.kraemer@verdi.de
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