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29.04.2021
Arbeit & Soziales

Zum Tag der Arbeit: Aufmerksam bleiben für ungerechte Verhältnisse

Zum 1. Mai rufen die Gewerkschaften in Deutschland unter dem Motto „Solidarität ist Zukunft“ zu Kundgebungen und Aktionen auf, dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie hauptsächlich virtuell. Gewerkschaften und Kirche engagieren sich oft gemeinsam für gute Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit. Gottesdienste begleiten daher auch häufig die Kundgebungen zum 1. Mai. Auch das ZGV pflegt guten Kontakt zu den Gewerkschaften und führt regelmäßig z.B. zusammen mit dem DGB Veranstaltungen durch.

Kirche und Gewerkschaften eint, dass beide auf ungerechte Verhältnisse aufmerksam machen und diese beheben wollen. Gerade die Corona-Pandemie hat uns allen in den vergangenen Monaten nochmals deutlich vor Augen geführt, welche Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft nach wie vor existieren.

Hinzukommt, dass Kurzarbeit und drohender Arbeitsplatzverlust bei vielen Zukunftsängste und Sorgen auslösen. Auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie sind die Unterschiede zwischen einzelnen Sektoren und Arbeitsbereichen mehr als deutlich zu sehen, auch wenn diese Ungerechtigkeiten nicht mehr im Fokus der Berichterstattung stehen. Erinnert sei hier nur kurz an die Arbeitsbedingungen in der Pflege, im Einzelhandel, der Logistik, der Fleischindustrie oder der Ernte. Über Ungerechtigkeiten in diesen Bereichen wurde viel berichtet, es hat sich jedoch zu wenig verändert und andere Themen haben mittlerweile wieder mehr Raum in der öffentlichen Diskussion bekommen. Es ist daher umso wichtiger, dass Gewerkschaften und Kirchen weiterhin auf diese Themen aufmerksam machen und eine Plattform geben.


Ein solidarisches Miteinander und mehr gemeinsames Handeln in der Arbeitswelt, im Sozialstaat, der Bildung und Europa sind wichtiger denn je, wenn eine drohende weitere Spaltung unserer Gesellschaft noch verhindert werden soll – wie die Gewerkschaften in ihrem diesjährigen Aufruf zum 1. Mai deutlich machen. Auch wenn aktuellen Ungerechtigkeiten jetzt entgegengewirkt werden muss, so darf auch ein Blick in die Zukunft nicht fehlen. Der Klimawandel und der Übergang zu einer Wirtschaft, die sozial und ökologisch nachhaltig ist, werden Beschäftige in allen Bereichen vor neue Herausforderungen stellen. Kirche und Gewerkschaften tun gut daran auch für dieses großes Zukunftsthema aufmerksam zu bleiben und schon jetzt Weichen für die Zukunft zu stellen, damit gutes Arbeiten und Leben zu keiner Utopie wird und ungerechte Verhältnisse zunehmen.

von Julia Dinkel, Referat Arbeit & Soziales im ZGV, Mail

Pressemitteilung des Ev. Verbandes Kirche, Wirtschaft, Arbeitswelt zum Tag der Arbeit 2021