v.l.n.r: OKR Chr. Schwindt,ZGV, A.Witte-Karp, Dekan Gießen, Kirchenpräsident Dr. Jung, Prof. Dr. Böning, ärztlicher Direktor, Dr. Hinck-Kneip, kaufm. Geschäftsführung, stellv. Pflegedirektor Menzel. Foto:ZGV


30.08.2021
Zentrum

Wir können den Klinikbeschäftigten gar nicht genug danken

Auf Einladung der Universitätsklinik Marburg-Gießen besuchte der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung das Krankenhaus am Standort Gießen, um vor Ort einen Eindruck von der Lage während der Coronapandemie zu bekommen. Begleitet wurde er vom Leiter des Zentrums Gesellschaftliche Verantwortung Oberkirchenrat Christian Schwindt, dem Dekan des Ev. Dekanats Gießen André Witte-Karp sowie Pfarrerin Susanne Gessner und Diakon Christoph Schäufler von der Klinikseelsorge des Dekanats.

Der ärztliche Direktor Prof. Dr. Andreas Böning, die kaufmännische Geschäftsführerin Dr. Christiane Hinck-Kneip und der stellvertretenden Pflegedirektor Thomas Menzel gaben einen Überblick über die Herausforderung, vor der die Klinik stand. Während der ersten Welle im Frühjahr 2020 legte das Klinikum sehr schnell Krankenstationen zusammen, um Platz für Coronapatientinnen und -patienten zu schaffen, die intensivmedizinisch versorgt werden mussten. Die OP-Kapazitäten wurden um ein Drittel reduziert, um OP-Pflegekräfte in der Intensivpflege einsetzen zu können.
Die Erkrankung sei für alle neu gewesen. Dann kam die zweite Welle mit einem Höhepunkt zu Weihnachten. Niemand wusste zu diesem Zeitpunkt, wie viele schwer erkrankte Patientinnen und Patienten noch aufgenommen werden müssten. Auch gab es zu dieser Zeit noch keinen Impfstoff, der die Sorge vor Ansteckung hätte reduzieren können.
„Mittlerweile seien über 90 % der Beschäftigten geimpft. Die tägliche Belastung der Mitarbeitenden des Klinikums sei nach wie vor sehr hoch, denn es gab in den letzten eineinhalb Jahren selten Zeit zum Durchatmen“, so Thomas Menzel, der stellvertretende Pflegedirektor.
Dr. Christiane Hinck-Kneip dankte besonders den Mitarbeitenden der Ev. Klinikseelsorge für die Begleitung in dieser, auch emotional, schweren Zeit: „Wir sind sehr froh, dass es die Mitarbeitenden der Krankenhausseelsorge gibt. Sie unterstützten uns sehr und standen immer für Gespräche mit Mitarbeitenden, Angehörigen und Patientinnen und Patienten bereit.“

Im anschließenden Gespräch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde deutlich, wie belastend die letzten eineinhalb Jahre waren. Es fehle an Fachpersonal, das auch auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr zu finden sei. Trotzdem täten alle im Klinikum ihr Bestmögliches, um Menschen zu schützen. In dem Gespräch wurde auch deutlich, dass die Mitarbeitenden die gesellschaftliche Anerkennung und den Respekt für ihre Arbeit und ihren Einsatz weiterhin vermissen. Während zu Beginn der Pandemie die Solidarität zwar groß war und geklatscht wurde, sei es heute still geworden. Und das, obwohl die Pandemie noch nicht vorbei sei, derzeit viele jüngere und ungeimpfte COVID-Patientinnen und –Patienten eingeliefert würden und man sich im Klinikum bereits auf die nächste Welle vorbereite.

Bei seinem Rundgang durch verschiedene Stationen des Klinikums, darunter auch die COVID-Intensivstation, konnte sich Kirchenpräsident Dr. Volker Jung ein Bild von der Arbeit der Pflegekräfte machen: „Besonders hat mich beeindruckt, mit welch großem Engagement sich die Pflegerinnen und Pfleger in der belastenden Pandemiezeit der vergangen anderthalb Jahren zum Wohle ihrer Patientinnen und Patienten eingesetzt haben. Sich ständig an veränderte Bedingungen anpassen zu müssen und sich dabei auch immer wieder gegenseitig zu unterstützen, motivieren und zu stärken, dafür können wir ihnen gar nicht genug danken.“
Für die Zukunft sollten alle Erfahrungen aus der Corona-Pandemie laut Jung aber auch genutzt werden, um „darüber nachzudenken, welche Gesundheitsversorgung wir möchten, was wir dafür brauchen und welche Veränderungen dann dafür nötig sind“.

Gemeinsam mit Pfarrerin Gessner und Diakon Schäufler von der Klinikseelsorge feierte Kirchenpräsident Jung am Ende seines Besuchs noch eine Andacht in der Kapelle des Klinikums, die per Video im Haus übertragen wurde.

Zum Hintergrund

Universitätsklinikum Gießen – Marburg

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (mit den beiden Standorten Gießen und Marburg) ist eine von 34 deutschen Uniklinika und ein Haus der universitären Maximalversorgung (mit allen medizinischen Fächern und Angeboten).
Derzeit arbeiten rund 11.100 Menschen am Klinikum, ca. 5.800 davon in Gießen. Im Klinikum sind Menschen aus über 70 Herkunftsländern beschäftigt und üben 150 Berufe aus.
In Gießen werden jährlich rund 265.000 Patienten behandelt, davon rund 49.000 stationär. Das Klinikum verfügt im Schnitt über rund 1.200 Betten und betreibt 25-30 Operationssäle.
Der medizinische Schwerpunkt in Gießen liegt bei Herz, Lunge und Krebs.


Ev. Klinikseelsorge Gießen
Die Klinikseelsorge des Ev. Dekanats Gießen betreut fünf Kliniken in Gießen. Die Mitarbeitenden besuchen Patient*innen am Krankenbett und begleiten sie in krisenhaften Situationen. Sie begleiten Schwerstkranke und Sterbende und sie bieten Gottesdienste und Andachten in den Klinikkapellen an.
Darüber hinaus sind sie Ansprechpartner*innen für Angehörige und die Mitarbeitenden der Kliniken.