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05.02.2021
Mobilität

Zukunft der Mobilität

Der Verkehrssektor und das Mobilitätverhalten tragen in Deutschland zu 30% des Endenergieverbrauchs bei. Auch knapp ein Fünftel aller Treibhausgasemissionen in Deutschland werden dadurch verursacht, wovon rund 84 % direkt auf PKWs, LKWs und Motorräder zurückzuführen sind. Die Emissionen steigen stetig weiter an und das, obwohl die die Verkehrsmittel immer energieeffizienter werden und damit auch weniger Treibhausgase ausstoßen.

Wenn wir unsere Mobilität neu denken und unser Mobilitätsverhalten ändern, tragen wir nicht nur in erheblichem Maße zum Klimaschutz bei, sondern gewinnen auch mehr Lebensqualität. Durch die drastische Reduktion von Stickoxiden und anderen Luftschadstoffen, die durch Verkehrsmittel, die mit fossilen Energieträgern betrieben werden, entstehen, erhalten wir saubere Luft zum Atmen und leben damit gesünder. Luftverschmutzung gilt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) als fünft häufigster Risikofaktor für chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen oder Krebs. Auch der Verkehrslärm wirkt sich negativ auf den Körper und die mentale Gesundheit aus.

Insbesondere Ballungsräume wie das Rhein-Main-Gebiet können durch die Verkehrswende lebenswerter und sozial gerechter werden. Die Klima-Allianz Deutschland hebt dabei den Aspekt der sozialen Teilhabe hervor „Die autozentrierte Verkehrspolitik in Deutschland heizt nicht nur die Klimakrise an und gefährdet die Gesundheit, sie ist auch sozial ungerecht. Einkommensschwache Haushalte, Menschen mit Behinderung oder ältere Menschen sind vielfach in ihrer räumlichen Mobilität und gesellschaftlichen Teilhabe eingeschränkt.“ Zum Teil sind es sozial benachteiligte Gruppen, die an lauten und emissionsintensiven Verkehrswegen leben. In ländlichen Regionen hingegen ist leider oftmals keine flächendeckende Versorgung mit Bussen und Bahnen vorzufinden.

Zukunft der Mobilität

Die Zukunft der Mobilität wird sich weg von der Dominanz des motorisierten Individualverkehrs und hin zu einer nachhaltigen, sozial gerechten und multi-modalen Mobilität entwickeln. Eine Orientierung am Menschen und an der Umwelt steht dabei im Fokus. Die Vielzahl an Möglichkeiten, wie etwa ein gutes  ÖPNV-System, emissionsarme Fahrzeuge, Mitfahrgelegenheiten, Sharing- und On-Demand-Konzepte, barrierefreie Zugänge und eine lenkende digitale Infrastruktur, ermöglichen eine bedarfsgerechte Nutzung für alle Menschen sowohl in städtischen als auch ländlichen Räumen mit einer anderen Verteilung der entsprechenden Verkehrsräume.
 

Die Arbeit der Kirche

Im kirchlichen Kontext gibt es viele Gestaltungsspielräume, um aktiv zum Gelingen der Verkehrswende und somit zur Bewahrung der Schöpfung beizutragen Sowohl Kirchengemeinden als auch kirchlichen Einrichtungen stehen viele Möglichkeiten offen.

Um die klimafreundliche und nachhaltige Mobilität gezielt weiter voran zu treiben, ist das Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung (ZGV) dem Klimaschutznetzwerk Mobilität&Kirche beigetreten. Das Netzwerk aus 13 Landeskirchen und Bistümern hat das Ziel eines strukturierten Erfahrungsaustauschs und der gemeinsamen Entwicklung von Strategien für eine klimafreundliche und sozial gerechte Mobilitätswende. Innerhalb von drei Jahren werden gemeinsam Ziele und Maßnahmen zur Einsparung von Treibhausgasemissionen festgelegt, um einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Ansprechperson seitens des ZGVs ist Cassandra Silk.

Projektmaßnahmen

Konkret werden derzeit im Rahmen des Klimaschutzkonzepts der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zwei Projektmaßnahmen im Bereich der Mobilität durchgeführt. Gefördert werden die Maßnahmen durch den Fonds Perspektive 2025 der EKHN und durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums.
Mit dem Wettbewerb „Klimafreundliche Mobilität“ für Kirchengemeinden der EKHN im Jahr 2021 wurden Ideen gesucht, wie eine klimafreundliche und nachhaltige Mobilität auf Kirchengemeindeebene umgesetzt werden kann. Zehn Gemeinden wurden mit attraktiven Preisgelder zur Umsetzung ihrer Ideen gefördert. Die eingereichten Ideen sind in der folgenden Sammlung zusammengestellt: https://t1p.de/wmmuq

Darüber hinaus wird ein Pilotprojekt E-Mobilität auf Dekanatsebene durchgeführt, um Maßnahmen zu identifizieren und umzusetzen, die eine klimafreundliche Mobilität gezielt unterstützen. Aus diesen Erfahrungen sollen andere Dekanate Praxistipps und Inspiration schöpfen können. Die Referent*innen aus dem Referat Umwelt & Digitale Welt stehen für Beratungen und Bildungsveranstaltungen in diesem Themenbereich zur Verfügung.

Seit 2016 wird nicht vermeidbare Mobilität insbesondere mit Blick auf die Nutzung von Flugzeugen, etwa bei der Durchführung von Pastoralkollegs durch die Pröpst*innen der EKHN, durch Beiträge zum kirchlichen Kompensationsfond „Klima-Kollekte“ ausgeglichen. Auch die Gesamtsynode der EKHN und mehrere Dekanatssynoden kompensieren nicht vermeidbare CO2-Emissionen über die Klima-Kollekte.

Das ZGV engagiert sich auch für die Umwelt und wurde im Jahr 2020 nach dem Umweltmanagement Grüner Hahn zertifiziert. So wird ein E-Auto für Dienstfahrten eingesetzt, um einen eigenen konkreten Beitrag zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks zu leisten.

Bis 2020 wurde in der EKHN das Autofasten durchgeführt, um in der Fastenzeit gezielt zum Thema Mobilität zu sensibilisieren. Seit 2021 tritt an diese Stelle das Klimafasten, welches ein breiteres Spektrum an Themen zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit abdeckt, unter anderem auch die Mobilität. In sieben Wochen stehen sieben verschiedene Themen im Fokus. Das ZGV bietet Beratung, Unterstützung und Veranstaltungen zu jedem Thema an. Ansprechperson ist Dr. Hubert Meisinger.

 
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen und Kommunen.
Förderkennzeichen: 03K14156 – Bewilligungszeitraum: 01.11.2020 – 31.10.2023

Weiterführende Links:

Positionspapier „Klimafreundliche Mobilität für alle“ der Klima-Allianz

Klima-Allianz

Klima-Kollekte
Aktion Klimafasten
Arbeitsgemeinschaft Umweltbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland



06.05.2022
Mobilität

E-Bike Ladestation an der Weilburger Schlosskirche vorgestellt

Auf dem Weilburger Marktplatz wurde die erste E-Bike-Ladestation in der Residenzstadt errichtet. ZGV gibt Zuschuss. Link



07.12.2021
Mobilität

Klimafreundliche Mobilität in Kirchengemeinden

Beispiele zum Nachmachen Link



13.09.2021
Mobilität

Gemeinsam haben sie ein Ziel: Vermeidung verkehrsbedingter Emissionen

Zehn evangelische Kirchengemeinden wurden am Freitag, den 10. September 2021 vom Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung (ZGV) ausgezeichnet. Sie beteiligten sich am Wettbewerb „Klimafreundliche Mobilität“. Link



03.09.2021
Mobilität

Jetzt auch Strom für E-Bikes an der Stadtkirche Laubach

Dank an Zentrum für Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN Link



18.06.2021
Mobilität

Mobilitätswettbewerb verlängert

Kirchengemeinden der EKHN können ihre Konzepte und Ideen zur klimafreundlichen Mobilität bis 18. Juli 2021 einreichen. Link



23.04.2021
Mobilität

Klimafreundliche Mobilität

Wettbewerb für Kirchengemeinden der Ev. Kirche in Hessen und Nassau Link



05.02.2021
Mobilität

Zukunft der Mobilität

Zukunft der Mobilität Link



25.01.2021
Mobilität

Kirchen möchten klimafreundlicher mobil sein

Ökumenischen Netzwerk „Mobilität & Kirche“ an den Start gegangen. ZGV ist Mitglied des Netzwerks. Link



29.05.2020
Klimaschutz

Klimafreundliche Mobilität für alle

Positionspapier der Klima-Allianz Deutschland für Politik und Entscheider*innen Link



19.03.2019
Mobilität

Evangelische Umweltfachleute für Tempolimit auf Autobahnen

Die Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten in den Gliedkirchen der EKD (AGU) unterstützt die Petition der Ev. Kirche in Mitteldeutschland (EKM) für ein Tempolimit auf Autobahnen von 130 km/h Link



Verantwortlich:

Miriam Heil
Miriam Heil
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m.heil(at)zgv.info
Umwelt & Digitale Welt


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