Foto: Michael Grunewald


01.10.2020
Datenschutz

Datenschutz

Im Zeitalter der digitalen Datenverarbeitung spielt der  Schutz der Daten eine immer wichtigere Rolle. Die Trennung von  Öffentlichkeit und Privatheit ist durch die Verarbeitung unserer Daten  in Frage gestellt. Wir hinterlassen zunehmend digitale Datenspuren, die  Rückschlüsse auf unser Verhalten und letzten Endes auf uns als  Individuum in der Gemeinschaft zulassen. So wird von jedem Menschen ein  digitales Abbild geschaffen, das den Menschen nicht in seiner  Vielfältigkeit zeigt, sondern auf meist sicherheitsrelevante und  ökonomisch verwertbare Faktoren reduziert.

Daher setzen  wir uns vor allen Dingen damit auseinander, dass immer mehr private  Firmen in den Besitz unserer Daten kommen und sich dadurch der  Kontrolle, wie diese Daten genutzt werden, teilweise entziehen.

Verschärft hat sich diese Entwicklung mit der Corona-Pandemie, da das Datenaufkommen, das wir täglich nutzen, rapide gestiegen ist. In einer Zeit, in der physische Kontakte minimiert werden, gewinnen digitale Kommunikationsangebote an Bedeutung. Die zunehmende Anzahl von Videokonferenzen und die Nutzung gemeinsamer digitaler Arbeitsplätze stellt neue Herausforderungen an den Datenschutz, die eine Bewertung datenschutzrechtlicher Aspekte immer komplizierter werden lässt.

So gibt es von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Einschätzungen verwendeter Software. Gesellschaftliche Debatten rund um die Corona-Warn-App offenbarten unterschiedlichste Vorstellungen, was den Schutz personenbezogener Daten angeht. Die Entwicklung hin zu digital gestützten Kommunikations- und Kollaborationswerkzeugen ist unumkehrbar und wird weiter an Bedeutung gewinnen.

Unser  Blick auf diese Entwicklung ist geprägt von der Gewissheit, dass der  Mensch mehr ist als die Summe seiner Daten. Technologien, die nicht in  erster Linie dem Menschen, sondern vorrangig ökonomischen Interessen und  Überwachungsbedürfnissen dienen, sind kritisch zu hinterfragen. Gleichzeitig müssen wir prüfen, wie die unterschiedlichen digitalen Werkzeuge, die wir als Kirche nutzen, uns in unserer Arbeit mit den Menschen unterstützen können bei gleichzeitiger höchstmöglicher Anwendung des Datenschutzes, der kein Selbstzweck ist, sondern die informationelle Selbstbestimmung der Menschen bestmöglich gewährleisten muss.