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15.10.2019
Soziale Medien

Das Vertrauen in die Medien wandelt sich

„Wie ist das, wenn es um wirklich wichtig Dinge geht – etwa Umweltprobleme, Gesundheitsgefahren oder politische Skandale. Wie sehr kann man da den Medien vertrauen?“
So lautet eine der Fragen aus der Studie, die fortlaufend das Vertrauen in die Medien untersucht.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Vertrauen grundsätzlich gegeben ist. Allerdings, und das sollte uns beunruhigen, ist festzustellen, dass es zu einer Polarisierung zu kommen scheint. So wie das Vertrauen in die Medien bei einem Teil der Befragten steigt, steigt das Misstrauen eines anderen Teils der Befragten. Pauschale Kritik und Polemik, „Lügenpresse“ ist ein Synonym dafür, haben sich in den letzten Jahren verfestigt. Beispielsweise stimmen 25 Prozent der Bevölkerung der Aussage: „Die Medien arbeiten mit der Politik Hand in Hand, um die Meinung der Bevölkerung zu manipulieren.“ zu.
Immer mehr Deutsche fühlen sich auch von den etablierten Nachrichtenmedien nicht mehr gut repräsentiert. Im Jahr 2017 stimmten 18 Prozent der Aussage: „Die Medien haben den Kontakt zu Menschen wie mir verloren.“ zu. In der aktuellen Erhebung von Ende des Jahres 2018 vertreten nun 27 Prozent diese Auffassung.
Die Studie scheint zu belegen, dass die etablierten Medien vor allem von denjenigen Bürger*innen pauschal verurteilt werden, die häufig alternative Nachrichtenquellen im Social Web konsumieren und regelmäßig Nutzerkommentare auf den Seiten der etablierten Medien lesen.
Spätestens an dieser Stelle ist Nachdenken angebracht. Was bedeutet diese Entwicklung für gesellschaftliche Auseinandersetzungen um wichtige Fragen? Kommt es zu einer Polarisierung in der Medienlandschaft, in der auf der einen Seite ein Qualitätsjournalismus einer alternativen Social Web Öffentlichkeit gegenübersteht? Können und müssen wir in unserer Demokratie diese Spannung aushalten?
Im Rahmen der Veranstaltung „Geteilte Medienwelten“ möchten wir einerseits die „Studie Medienvertrauen“ kennenlernen und darüber hinaus einen Blick auf die Möglichkeiten der alternativen Social Web Öffentlichkeit werfen.

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